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Ratgeber

Therapieplatz finden: So kommst du schneller zu einem Termin

Aktualisiert am 22. Oktober 2026

Die Wartezeit auf einen Therapieplatz ist für viele Betroffene frustrierend. Mit ein paar gezielten Schritten kommst du schneller an einen Termin. Hier steht, wie du vorgehst und was du in der Wartezeit tun kannst.

Schritt 1: Die psychotherapeutische Sprechstunde

Der erste Schritt ist die psychotherapeutische Sprechstunde. Dort klärt eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut in einem kurzen Gespräch, ob eine psychische Erkrankung vorliegt und welche Hilfe sinnvoll ist. Eine Überweisung brauchst du dafür in der Regel nicht. Du kannst direkt bei Praxen anrufen oder die Terminservicestelle nutzen.

Schritt 2: Die Terminservicestelle

Unter der Nummer 116 117 oder über 116117.de vermittelt dir die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung einen Termin in einer psychotherapeutischen Sprechstunde. Das ist der schnellste Weg zu einem ersten Gespräch.

Schritt 3: Mehrere Praxen anrufen

  • Ruf mehrere Praxen in deiner Nähe an und nutze die telefonischen Sprechzeiten.
  • Bitte um einen Platz auf der Warteliste, auch wenn es heißt, die Praxis sei voll.
  • Notiere dir, wann du wo angerufen hast und welche Antwort du bekommen hast.
  • Hinterlasse eine kurze, klare Nachricht auf dem Anrufbeantworter und eine Rückrufnummer.

Schritt 4: Probatorische Sitzungen

Wenn sich eine Behandlung anbietet, folgen meist einige probatorische Sitzungen zum Kennenlernen. Hier findest du heraus, ob die Chemie stimmt. Danach beantragt die Therapeutin oder der Therapeut die Therapie bei deiner Krankenkasse.

Weitere Wege, wenn es schwierig ist

  • Ausbildungsambulanzen: Institute, die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ausbilden, bieten oft Behandlungen unter Supervision an, häufig mit kürzeren Wartezeiten.
  • Psychosoziale Beratungsstellen: Sie bieten Gespräche und können dich bei der Suche unterstützen.
  • Hochschulambulanzen und Kliniken: Sie behandeln besonders bei starker Ausprägung der Beschwerden.
  • Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA): Für Angststörungen gibt es geprüfte Programme, die Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeuten verordnen können. Das Verzeichnis findest du auf diga.bfarm.de.
  • Kostenerstattung: Wenn du keinen zeitnahen Platz bei einer Kassenpraxis findest, kann unter bestimmten Voraussetzungen die Kasse die Kosten für eine Behandlung bei einer Privatpraxis übernehmen. Lass dich dazu vorab bei deiner Krankenkasse beraten und dokumentiere deine Suche.

Was du in der Wartezeit tun kannst

  • Sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Sie können dich begleiten und bei Bedarf überbrücken.
  • Führe ein Angsttagebuch. Es erleichtert später das Gespräch.
  • Übe Atemübungen und Muskelentspannung.
  • Besuche eine Selbsthilfegruppe, um dich mit anderen auszutauschen.

Wenn es akut wird

Wenn sich deine Lage verschlechtert oder du Gedanken hast, dir etwas anzutun, warte nicht auf einen Termin. Wähle den Notruf 112, melde dich bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder gehe in die Notaufnahme.

Ergänzende Angebote

Zusätzlich zur Therapie oder in der Wartezeit können Online-Kurse Wissen und Übungen liefern. Sie ersetzen keine Behandlung. Ein Beispiel ist der Kurs „Der Herr des Geistes“. Alles Wichtige steht auf der Startseite (Anzeige).

Hinweis: Dieser Text informiert und ersetzt keine Diagnose, Beratung oder Behandlung durch Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Bei akuter Gefahr, Suizidgedanken oder starken körperlichen Beschwerden: Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar und kostenlos: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichst du unter 116 117.

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Quellen und weiterführende Informationen

  • AWMF: S3-Leitlinie „Behandlung von Angststörungen“ (Registernummer 051-028), awmf.org
  • Robert Koch-Institut: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)
  • Terminservicestelle und ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117.de
  • Telefonseelsorge: telefonseelsorge.de

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