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Herzrasen bei Angst: Harmlos oder Warnsignal?

Aktualisiert am 22. Oktober 2026

Herzrasen gehört zu den häufigsten Angstsymptomen und macht vielen selbst Angst. Hier erfährst du, warum das Herz bei Angst schneller schlägt, woran du Warnzeichen erkennst und was dir im Moment helfen kann.

Warum Angst das Herz rasen lässt

Bei Angst schaltet der Körper in den Alarmmodus. Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin sorgen dafür, dass das Herz schneller und kräftiger schlägt. Die Muskeln werden besser durchblutet, damit du kämpfen oder fliehen könntest. Du spürst das als Herzklopfen, Herzrasen oder als Stolpern im Brustkorb.

Ein gesundes Herz hält diese Belastung problemlos aus. Es arbeitet in diesem Moment nicht falsch, sondern genau so, wie die Natur es vorgesehen hat.

Wie sich Herzrasen durch Angst anfühlt

  • Es beginnt oft in einer belastenden Situation oder bei einem beunruhigenden Gedanken.
  • Dazu kommen häufig Anzeichen wie Schwitzen, Zittern, Kribbeln, Enge in der Brust oder schnelle Atmung.
  • Der Puls ist erhöht, meist aber regelmäßig.
  • Es lässt nach einigen Minuten nach, wenn du dich beruhigst.

Das sind Hinweise, aber keine Beweise. Allein anhand dieser Merkmale kannst du nicht sicher sagen, ob dein Herz gesund ist.

Wann du Herzrasen ärztlich abklären lassen solltest

Wähle den Notruf 112 bei Schmerzen oder Druck in der Brust, die in Arm, Hals, Kiefer oder Rücken ausstrahlen, bei Ohnmacht, starker Atemnot oder wenn das Herzrasen nicht nachlässt.

Lass Herzrasen außerdem ärztlich untersuchen, wenn es zum ersten Mal auftritt, ohne erkennbaren Anlass kommt, länger als einige Minuten anhält, bei körperlicher Anstrengung auftritt oder du eine bekannte Herzerkrankung hast. Auch wenn du schon länger vermutest, dass die Beschwerden von der Angst kommen, sollte das einmal geklärt sein.

Was die Ärztin oder der Arzt untersucht

Meist beginnt die Abklärung mit einem Gespräch, dem Messen von Puls und Blutdruck und einem Ruhe-EKG. Dazu kommen oft Blutwerte, zum Beispiel zur Schilddrüse, und bei Bedarf ein Langzeit-EKG. Ist alles unauffällig, bekommst du eine verlässliche Grundlage: Dein Herz ist gesund, und das Herzrasen hat eine andere Ursache, etwa Angst, Stress oder zu viel Koffein.

Was im Moment helfen kann

  1. Setz dich hin und lehn dich an. Ruhe signalisiert dem Körper, dass keine Flucht nötig ist.
  2. Atme lang aus. Etwa vier Sekunden ein, sechs Sekunden aus. Mehr dazu findest du im Beitrag Atemübungen gegen Angst.
  3. Sag dir: „Mein Herz schlägt schnell, weil mein Körper alarmiert ist. Das ist unangenehm, aber es geht vorbei.“
  4. Lenk die Aufmerksamkeit nach außen. Benenne Dinge im Raum. Ständiges Pulsmessen hält die Aufmerksamkeit auf dem Herzen und verstärkt die Angst oft.

Wenn die Angst vor dem Herzrasen bleibt

Manche Menschen achten ständig auf ihren Herzschlag, messen den Puls oder meiden Anstrengung, aus Angst, das Herz könnte versagen. Dieser Kreislauf kann sich verselbstständigen. Wie er funktioniert und wie man ihn durchbricht, steht im Beitrag Angst vor der Angst. Wenn es dich im Alltag einschränkt, sprich mit deiner Hausärztin oder einem Psychotherapeuten darüber. Das ist gut behandelbar.

Hinweis: Dieser Text informiert und ersetzt keine Diagnose, Beratung oder Behandlung durch Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Bei akuter Gefahr, Suizidgedanken oder starken körperlichen Beschwerden: Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar und kostenlos: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichst du unter 116 117.

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Quellen und weiterführende Informationen

  • AWMF: S3-Leitlinie „Behandlung von Angststörungen“ (Registernummer 051-028), awmf.org
  • Robert Koch-Institut: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)
  • Terminservicestelle und ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117.de
  • Telefonseelsorge: telefonseelsorge.de

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